Russland: Metropolit Ilarion gegen „weichgespülten“ Dialog mit der katholischen Kirche
Metropolit Ilarion (Alfejev), der Leiter des Kirchlichen Außenamtes der Russischen Orthodoxen Kirche, zeigt sich mit der Arbeit der internationalen Dialogkommission der katholischen und orthodoxen Kirche „nicht zufrieden“.
In einem Interview mit der katholischen Nachrichtenagentur KNA kritisierte er, dass der derzeitige Kurs der Kommission, deren Mitglied Metropolit Ilarion ist, nicht zu einem besseren Verständnis der theologischen Differenzen zwischen den beiden Kirchen führe. Stattdessen würden die Unstimmigkeiten „eingeseift werden – das heißt, es wird der Eindruck erweckt, dass diese nicht existierten“.
Metropolit Ilarion forderte im gemeinsamen theologischen Dialog die Unterschiede exakt zu benennen. Beide Kirchen müssten sich zudem helfen, die Entwicklungslogik der jeweiligen theologischen Traditionen zu begreifen. Als Ziel des theologischen Dialogs bezeichnete der Metropolit „eine neue Interpretation der bestehenden Unstimmigkeiten“. Eine „positive Dynamik“ in den Beziehungen zwischen den beiden Kirchen sieht Metropolit Ilarion seit dem Pontifikat von Benedikt XVI.; bei einer ganzen Reihe von Fragen sei eine Übereinkunft gefunden worden.
Belastet würden die Beziehungen zwischen der Russischen Orthodoxen Kirche und der katholischen Kirche vor allem durch die Streitigkeiten zwischen Orthodoxen und Griechisch-Katholischen in der Westukraine. Metropolit Ilarion warf der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche vor, dass diese im Streit um Sakralbauten „die politische instabile Situation in der Ukraine ausgenutzt und die Kirchen einfach mit Gewalt eingenommen“ habe.
KNA-ÖKI, 12. August 2013.