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Der Krieg als gemeinsames Erbe – Transnationale Vergangenheitsaufarbeitung nach dem Zerfall Jugoslawiens

RGOW 04-05/2022
Jacqueline Nießer

Das Menschenrechts- und NGO-Netzwerk REKOM hat sich eine transnationale Vergangenheitsaufarbeitung der Jugoslawienkriege zum Ziel gesetzt, bei der die individuellen Leidtragenden im Mittelpunkt stehen. Zwar scheiterte die Einrichtung einer länderübergreifenden Wahrheitsfindungskommission, doch hat REKOM mit seiner Arbeit zur Verständigung über die Folgen der Jugoslawienkriege beigetragen.

Auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens kooperieren seit 2006 unter dem Kürzel „REKOM“ Menschenrechts- und andere NGOs, um sich gemeinsam dem Erbe der Jugoslawienkriege zu stellen. Mehr als zehn Jahre verfolgten sie das Ziel, eine „Regionale Kommission zur Feststellung der Fakten über Kriegsverbrechen und andere schwere Menschenrechtsverletzungen auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens“ (Regionalna komisija za utvrđivanje činjenica o ratnim zločinima i drugim teškim kršenjima ljudskih prava na području nekadašnje SFRJ, 1991–2001) auf den Weg zu bringen.[1] Die grenzüberschreitende, zivilgesellschaftliche Kooperation sollte auch in eine staatliche Zusammenarbeit der Kriegsaufarbeitung münden, indem diese Kommission durch ein multilaterales Abkommen zwischen den Regierungen der postjugoslawischen Länder offiziell eingesetzt wird. Doch dazu ist es nie gekommen. REKOM hat dennoch als zivilgesellschaftlicher Zusammenschluss zur Verständigung zwischen den Leidtragenden unterschiedlichster Seiten der Jugoslawienkriege beigetragen.

Einsatz für eine zwischenstaatliche Wahrheitskommission
Der Belgrader „Menschenrechtsfond“ (Fond za Humanitarno Pravo) unter Nataša Kandić und das Zagreber „documenta – Zentrum für Vergangenheitsaufarbeitung“ unter Vesna Teršelić haben die Zusammenarbeit über all die Jahre hinweg angeführt.[2] Der bosnische Kooperationspartner „Forschungs- und Dokumentationszentrum“ (Istraživaćko Dokumentacioni Centar) in Sarajevo unter Mirsad Tokača zog sich 2008 zurück, verschiedene andere NGOs in Bosnien und Herzegowina führten die Zusammenarbeit fort. Heute zählt die „Koalition für REKOM“ rund 2 000 Mitglieder.[3] Sie setzt sich aus zahlreichen weiteren Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und Einzelpersonen zusammen. Erstere sind vor allem Menschenrechtsorganisationen, Vereinigungen ziviler Kriegsopfer und auch von Kombattanten oder ihren Angehörigen sowie Jugend-, Kultur- und Minderheitenvereine, während auf der Seite der individuellen Mitglieder interessierte Bürger:innen, Jurist:innen, Journalist:innen und verschiedene Kulturschaffende REKOM unterstützen. Sie kommen aus allen sieben auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens entstandenen Staaten: Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Kroatien, Nordmakedonien, Montenegro, Serbien und Slowenien. Rund 130 Beratungen, Konferenzen, Informationsveranstaltungen und auch gemeinsame zivilgesellschaftliche Projekte fanden zwischen 2006 und 2011 an verschiedenen Orten im postjugoslawischen Raum statt, woran ca. 6 700 Menschen teilnahmen.[4] Insbesondere die Anhörungen von Opfergeschichten im Format einer Wahrheitskommission waren bewegende Momente des Austausches.[5]

Offizielle Wahrheitskommissionen ermöglichen die Aufklärung von Verbrechen nach Konflikten und Systemwechseln, wenn die politischen Machtkonstellationen eine juristische Verfolgung der Täter:innen erschweren oder ausschließen. Im postjugoslawischen Fall sollte eine regionale Wahrheitskommission einerseits helfen, die durch den Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag (ICTY) gesammelten Fakten gesellschaftlich anzuerkennen. Andererseits sollten durch Opferanhörungen auch neue Fakten dokumentiert werden, die nach dem Ende des ICTY 2017 sonst kein öffentliches Gehör finden würden. Denn die Institution „Wahrheitskommission“ steht für einen Mechanismus in Transitionsgesellschaften, der es zuvor unterdrückten oder marginalisierten Stimmen ermöglichen soll, Einfluss auf das neu verhandelte Bild über die Vergangenheit zu gewinnen. Indem die Leidensgeschichten der Opfer öffentlich Gehör finden und nicht unterdrückt oder geleugnet werden, kann ein Gefühl von Gerechtigkeit entstehen.[6]

Nach einem intensiven, mehrjährigen zivilgesellschaftlichen Austausch bei REKOM folgte ab 2011 eine Öffentlichkeitskampagne und ab 2012 Konsultationen mit politischen Entscheidungsträger:innen über eine staatliche Umsetzung der Wahrheitskommission für den gesamten postjugoslawischen Raum. Nach langwieriger Lobbyarbeit und vielen kreativen Öffentlichkeitsaktionen mussten sich die REKOM-Aktivist:innen jedoch eingestehen, dass der politische Wille für eine grenzüberschreitende Vergangenheitsaufarbeitung nicht vorhanden ist. Ende 2019 hat REKOM deshalb die politischen Überzeugungsversuche für eine zwischenstaatliche Wahrheitskommission aufgegeben; die beteiligten Akteure setzen ihre Kooperation seitdem unter der Bezeichnung RECOM-Reconciliation Network (Versöhnungsnetzwerk) fort.[7] Dieses widmet sich sowohl der Dokumentation von Opferzahlen in allen postjugoslawischen Staaten als auch dem weiteren Dialog über die Kriege.

Transnationaler Ansatz
Wie REKOM versucht, die Bereitschaft zu fördern, sich selbstkritisch und grenzüberschreitend mit den Jugoslawienkriegen auseinanderzusetzen, kann als transnationale Vergangenheitsaufarbeitung bezeichnet werden. Die transnationale Forschung studiert Akteure und Bewegungen, die sich über die Grenzen des politischen Projekts des Nationalstaates hinweg verbinden. Dadurch wird aber das nationale Paradigma nicht vollständig überwunden, sondern kontextualisiert und um andere Perspektiven erweitert. Transnationale Praktiken werden als Gegengewicht zu nationalen Machtdiskursen verstanden. Transnationale Bewegungen können deswegen als antihegemoniale Vorgänge untersucht werden. Auf dem Gebiet der Erinnerungskultur berufen sich zivilgesellschaftliche „memory activists“ häufig auf andere, ähnliche Prozesse in der Welt, wobei ihre Forderungen weiter an ihre nationalen Regierungen gerichtet sind. Laut Assmann und Conrad setzen sich transnationale Erinnerungsinitiativen meistens für ein Gegengedächtnis ein (counter memory), das auf Aspekte verweist, die die offiziellen, machtgestützten, nationalen Geschichtsnarrative ausblenden.[8]

Ein solches Verständnis von transnationalem Agieren stellt zivilgesellschaftliche Akteure in den Mittelpunkt, die letztlich auf ein antinationalistisches, multiperspektivisch angelegtes Geschichtsbild hinwirken. Dieses Geschichtsverständnis richtet sich weniger an einem verbindenden Leitnarrativ aus, sondern vielmehr auf gemeinsame Wertvorstellungen. Auch die Initiative für REKOM richtet sich gegen den Nationalismus in allen postjugoslawischen Ländern. Konkret wenden sich die REKOM-Aktivist:innen gegen eine auf ethnische Täter- und Opferzuschreibungen reduzierte Sicht auf die Kriege, gegen eine alleinige Betonung der Opfer der Mehrheitsgesellschaften und gegen eine Leugnung der Verbrechen durch die staatlichen Verantwortlichen.

Verschiedene Wahrheitskommissionsprojekte
REKOM war der erste Versuch einer Wahrheitskommission für das ganze ehemalige Jugoslawien; lokale und nationale Varianten gab es allerdings schon zuvor. Die umfangreichste Expertise mit offiziellen Wahrheitskommissionsprojekten besteht in Bosnien-Herzegowina mit drei Versuchen. Nur unter Einwirkung des Hohen Repräsentanten jedoch leistete die Untersuchungskommission zur Dokumentation der Opferzahlen der Massaker im Juli 1995 in Srebrenica von 2003 bis 2004 ihre wichtige Dokumentationsarbeit. Deren Ergebnisse haben gleichwohl die Leugnung der Verantwortung serbischer Eliten im Land für die Verbrechen in Srebrenica verstärkt. Die Erfahrungen in Bosnien-Herzegowina mit Wahrheitskommissionsprojekten zeigen, wie schwierig nicht nur die Einrichtung derartiger Institutionen ist, sondern dass sowohl ihre Arbeit als auch ihre Wirkung nicht zwangsläufig die Erwartungen erfüllen müssen.

Die Wahrheitskommissionsinitiativen von Vojislav Koštunica (2001–2003) in Restjugoslawien und Hașhim Thaçi (2017) im Kosovo waren als heimische Gegengewichte zu unliebsamen, internationalen Gerichten gedacht. Diese staatlichen Projekte veranschaulichen, dass Vergangenheitsaufarbeitung hier zumeist nicht als Bereitschaft, sich einer unbequemen Vergangenheit zu stellen, verstanden wurde, sondern als ein strategisches Zugeständnis im Kontext des Beitritts zur EU. Zwang fördert Widerstand, ließe sich hier warnen, oder wie Jelena Subotić festhielt: Wenn Aufarbeitungsprojekte von zynischen politischen Akteuren instrumentalisiert werden, sind sie ineffizient und führen im schlimmsten Fall zu neuen Konflikten.[9] Keiner der nationalen Versuche von Wahrheitskommissionen war an den Gewalterfahrungen der betroffenen Zivilist:innen interessiert. Deren Geschichten widmen sich ausschließlich zivilgesellschaftliche Organisationen, meistens in Oral History-Projekten, unterstützt von auswärtigen Förderern. Somit konnten die Aktivist:innen bei REKOM an umfangreiche Erfahrungen anknüpfen.

Das Gemeinsame nach Jugoslawien
Meine Studie der Zusammenarbeit bei REKOM hat gezeigt, wie zivilgesellschaftliche Akteure auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens die Aufarbeitung der Kriege dazu genutzt haben, um einen neuen Kommunikationsraum auszuloten, der an das Gemeinsame auch nach dem Zerfall Jugoslawiens anknüpft. Dafür verwendeten die Aktivist:innen nicht die Bezeichnung „transnational“ – sie dient hier als Forschungsperspektive –, sondern REKOM benutzte entweder „ehemaliges Jugoslawien“ (bivša/nekadašnja Jugoslavija) oder verkürzt „die Region“ (regija). REKOM verwendet also den Begriff der „Region“ dafür, um das Gemeinsame jenseits eines gemeinsamen Staates zu benennen. Damit greift die Initiative eine mittlerweile übliche Sprachpraxis in den Ländern des postjugoslawischen Gebietes auf. „Region“ anstelle von „Jugoslawien“ zu verwenden, lässt etwas im Vagen und birgt somit weniger Irritationspotential als die konkrete Referenz zum problematischen, nicht nur durch die Kriege diskreditierten jugoslawischen Konzept. Die „Region“ kann wahlweise sub- oder supranational verstanden werden und sie kann sowohl bedeuten, dass etwas historisch gewachsen oder durch ein spezifisches landschaftliches Gebiet gekennzeichnet ist. Sie kann auch als Äquivalent für Südosteuropa verwendet werden, wie es etwa der „Regional Cooperation Council“ handhabt. Letztlich hält „die Region“ offen, wie viele Länder, Völker, Gebiete, Kulturen darin verbunden sind und ist damit ein enorm flexibler Begriff.

Der Aktivitätsraum bei REKOM weitete sich kontinuierlich aus. Begonnen hatte die Initiative 2006 mit Treffen in Bosnien-Herzegowina und Serbien, 2007 kam der Austausch in Kroatien dazu. 2008 fanden auch Treffen im Kosovo und in Montenegro statt; und seit 2010 schließlich deckten die Konsultationen auch Slowenien und Nordmakedonien ab. Von Beginn aber waren Teilnehmende aus allen postjugoslawischen Ländern vertreten, wobei Slowen:innen und Nordmazedonier:innen bis 2010 nur eine marginale Rolle spielten. Es dauerte somit vier Jahre, bis sich der regionale zivilgesellschaftliche Austausch tatsächlich auch auf den gesamten ehemaligen jugoslawischen Raum ausgeweitet hatte. Das mag pragmatische Gründe gehabt haben, da die Organisation des Konsultationsprozesses bereits in den drei Ländern der Ausgangskooperation schwierig verlief. Es kann auch thematisch begründet sein, da der Fokus auf die Dokumentation von Kriegsverbrechen die Länder mit der größten Kriegslast ins Zentrum rückte. Im nordmakedonischen Fall war sicherlich auch der ursprünglich angedachte Zeitraum (1991–1999) zunächst ein Ausschlusskriterium, da der Konflikt dort erst 2001 auftrat. Interessanterweise hat sich nach der Einigung auf das Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens als Bezugsraum der Austausch auf die nationale Ebene verlagert und transnationale Treffen wurden seltener. Ein Grund für die nationale Schwerpunktsetzung mag gewesen sein, dass in den ersten Zusammenkünften 2006 und 2007 mehrfach von verschiedenen Diskutant:innen angemahnt worden war, dass es wichtig sei, einen minimalen Konsens innerhalb der einzelnen Länder zu erzielen, bevor überhaupt über regionale Kriegsaufarbeitung gesprochen werden könne.

Die Dokumentationsarbeit der Opferzahlen treiben die verschiedenen NGOs mit Unterstützung auswärtiger Förderer beständig weiter voran. Das Forschungs- und Dokumentationszentrum in Sarajevo hat für den Bosnienkrieg (1992–1995) rund 95 000 Tote sowie Vermisste festgehalten.[10] Für den Krieg im Kosovo hat der Menschenrechtsfond die Anzahl der Toten und Vermissten erforscht und kommt zu einer Zahl von 13 548 im Zeitraum vom 1. Januar 1998 bis 31. Dezember 2000.[11] Für die den Kosovokrieg beendende NATO-Bombardierung der Bundesrepublik Jugoslawien 1999 hat der Menschenrechtsfond 754 Todesopfer namentlich festgehalten, auch wenn in den serbischen Medien Opferzahlen von 2 500 gängig sind.[12] In den Kriegen auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens zwischen 1992 und 1995 sind laut der bisherigen Forschung des Fonds 2028 Menschen aus Serbien und Montenegro gefallen.[13] Die kroatische Partner-NGO „documenta“ zählt 9 384 Namen auf ihrer Opferliste für Kroatien, während das staatliche „Kroatische Erinnerungs- und Dokumentationszentrum für den Heimatkrieg“ (Hrvatski memorijalno-dokumentacijski centar Domovinskog rata) von rund 22 000 Opfern ausgeht, jedoch ohne konkrete Daten anzugeben.[14] Es geht REKOM jedoch um mehr als die Zusammenführung der Todeszahlen aller Konflikte des zerbrechenden Jugoslawiens, was rund 130 000 Tote ergibt.[15] Die politische und gesellschaftliche Anerkennung dieser Zahlen sollte durch die offiziell eingesetzte Wahrheitskommission vorangebracht werden. Deshalb begreife ich REKOM als Gegengewicht zu nationalen Leitnarrativen, die überall in Postjugoslawien Opferdiskurse sind. REKOM wirkt somit als ein transnationales, antihegemoniales Projekt auf dem Gebiet der Erinnerungskultur, oder anders formuliert als eine Initiative für ein transnationales Gegengedächtnis. Dieses thematisiert, was die offiziellen, machtgestützten, nationalen Geschichtsnarrative ausblenden: die individuellen Geschichten der Leidtragenden jenseits ethnischer Kategorien.

Obwohl REKOM mit einer regionalen Wahrheitskommission ein antinationalistisches Gegengedächtnis der Jugoslawienkriege avisierte, hat die Praxis der Konsultationen verdeutlicht, dass das Gelingen eines transnationalen Projektes gleichwohl wesentlich von nationalen Bedingungen abhängt. Denn während der Konsultationen wurde sehr bald angemahnt, zunächst die gesellschaftliche Lage für die außerjuristische Aufarbeitung in ihrem jeweiligen nationalen Kontext zu erörtern, was man seit 2008 auch umsetzte. Die Diskussionen vor der eigenen Haustür haben nicht nur in Bosnien-Herzegowina zu vielfachen Veränderungen, ja Verwerfungen in der Kooperation geführt. Die gehobene Relevanz der nationalen Ebene auch für eine transnationale Zusammenarbeit ist ein wichtiges, empirisches Resultat des Konsultationsprozesses. Es bestätigt die Theorie, wonach es bei transnationalen Prozessen nicht um die Überwindung des nationalen Paradigmas geht, sondern um dessen Erweiterung, Kontextualisierung und Verbindung mit anderen Perspektiven. So komme ich zu dem Schluss, dass mit REKOM ein transnationaler Verständigungsraum vermessen werden soll, der sich aus dem Gebiet und der Geschichte Jugoslawiens nährt, durch eine kritische Auseinandersetzung damit aber etwas Neues schafft. Dieser neue transnationale Verständigungsraum orientiert sich an universellen Werten wie Menschlichkeit und Toleranz, die durch Demokratie und Rechtstaatlichkeit garantiert werden sollen. Die transnationale Aufarbeitungszusammenarbeit bei REKOM zielt somit nicht auf eine Überwindung der nationalen Wirklichkeiten, sondern auf ihre Verbindung.

Anmerkungen:
[1])    Der Beitrag fasst einen kleinen Teil der Ergebnisse meiner ausführlichen Studie über REKOM zusammen, vgl. Nießer, Jacqueline: Die Wahrheit der Anderen. Transnationale Vergangenheitsaufarbeitung in Postjugoslawien am Beispiel der REKOM Initiative. Göttingen 2020.

[2])    https://documenta.hr/; http://www.hlc-rdc.org/?lang=de.

[3])    https://www.recom.link/en/what-is-the-coalition-for-recom-2/.

[4])    https://www.recom.link/en/sta-je-rekom/.

[5])    Ein Teil der „Stimme der Opfer“ ist auf Bosnisch-Kroatisch-Serbisch bzw. Albanisch nachzuhören über die REKOM-Internetseite: https://www.recom.link/bhsc/category/arhiva/glas-zrtava-bhsc/.

[6])    Phelps, Teresa Godwin: Shattered Voices. Language, Violence, and the Work of Truth Commissions. Philadelphia 2004, S. 60.

[7])    https://www.mreza-mira.net/vijesti/razno/koalicija-za-rekom-preuzima-brigu-za-izradu-regionalnog-popisa-zrtava/?fbclid=IwAR02VqexhG4P5PaXQsrspiBfDAIRl8PQOnS9DLe9-1ici5V1ifwwAa9uAMA.

[8])    Assmann, Aleida; Conrad, Sebastian: Introduction. In: Dies. (eds.): Memory in a Global Age. Discourses, Practices and Trajectories. Basingstoke 2010, S. 1–15, hier S. 3.

[9])    Subotić, Jelena: Out of Eastern Europe. Legacies of  Violence and the Challenge of Multiple Transitions. In: East European Politics and Societies: and Cultures 29,2 (2015), S. 409–419, hier S. 416.

[10])  Häufig wird von rund 100 000 Opfern gesprochen, da das Doku­mentationszentrum noch rund 5 000 Fälle dokumentiert hat, bei denen jedoch die Umstände des Todes nicht hinreichend geklärt werden können, vgl. Tokača, Mirsad: Bosanska knjiga mrtvih. Ljudski gubici u Bosni i Hercegovini 1991–1995 I = The Bosnian Books of the Dead. Human Losses in Bosnia and Herzegovina 1991–1995 I. Sarajevo 2012, S. 107–108.

[11])  Fond za humanitarno pravo: Kosovska kniga pamćenja 1998–2000. Beograd 2011.

[12])  Von den 754 Toten sind 454 Zivilist:innen und 300 Kombattanten. Bei den Zivilist:innen umfasst die Todeszahl der Albaner:innen 219 und die der serbischen Zivilist:innen 207. Fond za humanitarno pravo: Ljudski gubici Srbije i Crne Gore tokom NATO bombardovanja. http://www.hlc-rdc.org/?cat=266. Elisa Satjukow erläuterte, dass die rund drei Mal so hohe Opferzahl, die in serbischen Medien kolportiert wird, häufig die serbischen Opfer aus dem Kosovokrieg insgesamt (siehe Fußnote zuvor) einbezieht, vgl. Satjukow, Elisa: Vergeben, aber nicht vergessen. Serbisches Gedenken an die NATO- Bombardierung 1999. In: Thyroff, Julia; Ziegler, Béatrice (Hg.): Die Jugoslawienkriege in Geschichtskultur und Geschichtsvermittlung, Zürich 2020, S. 115–130.

[13]http://www.hlc-rdc.org/?p=13115.

[14]https://www.glaszrtava.org/zrtve/.

[15])  Ebd.: Rund 10 000 Menschen werden noch immer vermisst und insgesamt rund vier Millionen Menschen waren geflüchtet.

Jacqueline Nießer, Dr., Postdoc an der Graduate School for East and Southeast European Studies an der Universität Regensburg.

Bild: Shutterstock.com

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