
Politisches Verhandlungsobjekt. Der Ressourcenreichtum der Ukraine
RGOW 3-4/2026
Der Ressourcenreichtum der Ukraine stand immer im Fokus von äußeren Mächten. Das Zarenreich und die Sowjetunion waren auf ukrainisches Getreide und Rohstoffe angewiesen. Diese Abhängigkeit ermöglichte jedoch auch lokalen ukrainischen Akteuren im Austausch für Ressourcen eine größere Handlungsmacht. Nach der Unabhängigkeit 1991 nutzten oligarchische Netzwerke die Ressourcen in einer Weise, die die Abhängigkeit von Moskau verstärkte.
Angesichts der Bedrohung ihrer Souveränität durch eine russische Invasion, die sie allein nicht abwehren kann, wendet sich die ukrainische Regierung an eine externe Macht, um Schutz im Austausch gegen strategische Ressourcen zu erhalten. Heute denken die meisten sofort an das Mineralien-Abkommen zwischen den USA und der Ukraine von 2025, das den USA einen privilegierten Zugang zu ukrainischen seltenen Erden, Öl und Gas im Austausch für eine langfristige Partnerschaft zur Unterstützung des Kampfs der Ukraine gegen die russische Aggression gewährte. Aber auch Zeitgenossen des turbulenten letzten Jahrs des Ersten Weltkriegs hätten sich sofort in diesem Szenario wiedererkannt. Anfang 1918 sah sich die junge Ukrainische Volksrepublik, regiert von der Zentralen Rada, mit einer Invasion aus Moskau konfrontiert. Auch diese beabsichtigte, die ukrainische Unabhängigkeit auszulöschen. Da ihr die Mittel zum Widerstand fehlten, wandte sich die Regierung an die Mittelmächte Deutschland und Österreich-Ungarn, um militärische Unterstützung im Austausch gegen Ressourcen zu erhalten. Der Preis war eine Mio. Tonnen Getreide, ein strategischer Rohstoff, den die Mittelmächte brauchten, um ihre hungernden Armeen und Städte zu ernähren.
Das Abkommen von 1918 scheiterte auf beiden Seiten. Die kriegsmüde ukrainische Landwirtschaft konnte die Forderungen nicht erfüllen, so dass die Lieferungen weit hinter den Versprechungen zurückblieben. In Berlin und Wien wuchs die Ungeduld, und so wurde beschlossen, sich des schwachen Vermittlers zu entledigen. Keine drei Monate nach dem Abkommen lösten von Deutschland unterstützte Kräfte die Zentrale Rada auf und installierten ein neues Regime unter Hetman Pavlo Skoropadskyj. Das Hetmanat, abhängig von ausländischen Truppen, stellte den Großgrundbesitz wieder her, in der Hoffnung, dass die Gutsbesitzer mehr Lebensmittelüberschüsse erzielen würden. Aber auch dieser Plan scheiterte. Er stabilisierte weder die Mittelmächte, deren Regime bald zusammenbrachen, noch sicherte er die Unabhängigkeit der Ukraine. Nach einem verzweifelten Kampf und einem verheerenden Bürgerkrieg wurde der größte Teil der heutigen Ukraine Anfang der 1920er Jahre in das von Moskau geführte Sowjetgebiet eingegliedert.
1918 und 2025 schloss die Ukraine unter Druck Geschäfte ab. Ressourcen wurden im Austausch für Leben und Freiheit auf den Tisch gelegt. In beiden Fällen ging die Initiative von Kyjiw aus, und die Verhandlungen fanden unter extremem Druck statt. Angesichts des erzwungenen Charakters des Abkommens von 2025 diskutieren einige Beobachter den Deal in kolonialen Begriffen. Die koloniale Deutung betont den strukturellen Zwang, riskiert jedoch, die Rolle externer Mächte überzubewerten und damit die historische Handlungsmacht der Ukraine zu schmälern. Indem sie die Aufmerksamkeit auf Ausbeutung von außen lenkt, kann sie die politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen der ukrainischen Akteure verschleiern. Ohne zu leugnen, dass äußere Mächte wiederholt versucht haben, die Ukraine als Rohstofflieferanten auszunutzen, behandelt dieser Artikel solche Vereinbarungen nicht als moralische Anklagen, sondern als Strategie- und Verhandlungsproblem. Er betrachtet Ressourcen als Währung im politischen Austausch und fragt, wie ukrainische Akteure im 20. Jahrhundert und bis heute die Kontrolle über Ressourcen benutzt haben, um unter Bedingungen begrenzter oder bedrohter Souveränität Einfluss zu gewinnen.
Unter imperialer und sowjetischer Herrschaft
Abgesehen von kurzen Phasen der Autonomie verbrachte die Ukraine das 20. Jahrhundert unter der Herrschaft ausländischer Mächte, bis sie 1991 ihre Unabhängigkeit wiedergewann. Imperiale und sowjetische Zentren beuteten die natürlichen und landwirtschaftlichen Ressourcen der Ukraine aus, um ehrgeizige Modernisierungsprojekte voranzutreiben. Galizisches Öl in der heutigen Westukraine machte Österreich-Ungarn im frühen 20. Jahrhundert zum drittgrößten Ölproduzenten der Welt.[1] Zur gleichen Zeit lieferten die ukrainischen Provinzen unter russischer imperialer Herrschaft weit über 50 Prozent des primären Getreideüberschusses des Imperiums und rund 40 Prozent seiner Getreideexporte. Ukrainische Kohle und Eisen standen im Mittelpunkt des spätimperialen ehrgeizigen Industrialisierungsprojekts. Am Vorabend des Ersten Weltkriegs lieferten die ostukrainischen Kohlefelder und Eisenerzbergwerke ca. 70 Prozent dieser Ressourcen im Russischen Imperium.[2] Ohne ukrainisches Getreide, Kohle und Eisen hätte das Russische Reich „aufgehört, eine Großmacht zu sein.“[3]
Die gleiche Logik galt auch in der Sowjetzeit. Die Ukraine war einer der wichtigsten Lieferanten, der das industrielle Wachstum der Sowjetunion mit Nahrungsmitteln, Brennstoffen und Metallen versorgte. In den frühen 1930er Jahren, auf dem Höhepunkt von Stalins erzwungener Industrialisierung, produzierte der Industriegürtel von Donbas-Dnipropetrowsk-Krywyj Rih rund 70 Prozent der sowjetischen Steinkohle und 70 Prozent des Eisens.[4] Dieser Anteil machte die ukrainische Schwerindustrie für den ersten Fünfjahresplan strukturell unverzichtbar. Doch die wirtschaftliche Unverzichtbarkeit hatte auch eine dunkle Seite: Um die gigantischen Industrieprojekte zu finanzieren, behandelte der Staat die ländlichen Gebiete als Reservoir, aus dem Wert in die Industrie gepumpt werden konnte. Um importierte Maschinen zu bezahlen, verkaufte er Getreide ins Ausland. Brutale Beschlagnahmungen erschöpften die ländlichen Gebiete, und die erzwungene Ausbeutung eskalierte zum Holodomor, einer Hungersnot, die Millionen Ukrainer das Leben kostete.
Mit der Entdeckung von Erdgas- und Ölvorkommen in Westsibirien in den 1950er und 1960er Jahren verlagerte sich der sowjetische Energiemix weg von Kohle, wodurch das relative Gewicht der Donbas-Kohle abnahm. Andere ukrainische Ressourcen glichen diesen Bedeutungsverlust jedoch aus. In den 1950er Jahren produzierten ukrainische Erdgasfelder fast die Hälfte des gesamten sowjetischen Outputs. Ab den späten 1960er Jahren wurde das Gebiet der Ukraine zum zentralen Transitkorridor und zur Infrastrukturplattform für sowjetische Gas- und Ölexporte. Zudem gewannen andere Rohstoffe wie Titanerz, das in Luftfahrt, Militär und Medizinindustrie verwendet wurde, an Bedeutung.
Die Machthaber im imperialen St. Petersburg und später im sowjetischen Moskau behandelten die Ressourcen der Ukraine als ihre eigenen. Sie bewarben sie, um ausländische Investoren und Technologie anzulocken. Dabei präsentierten sie die Region als einen Raum von riesigen, praktisch unerschöpflichen Reserven. Im eigenen Land setzten sie eine ähnliche Bildsprache ein und verstärkten so die Vorstellung eines Staats, der auf den reichsten Ressourcen des Planten sitzt und daher zu Großem bestimmt ist. Doch diese „Ressourcifizierung“ der ukrainischen Natur kam nicht nur von außerhalb. Auch Akteure in der Ukraine trugen dazu bei. Industrielle und regionale Unternehmergruppen lobbyierten in den imperialen und sowjetischen Zentren für Infrastrukturausgaben und niedrigere Transporttarife, um mehr Getreide oder Kohle fördern und transportieren zu können. Ukrainische Wissenschaftler, Ingenieure und Gutachter machten die Ressourcen durch Erkundung, Kartierung, Klassifizierung und neue Fördertechnologien nutzbar. Politische und kulturelle Eliten verstärkten die gleiche Sprache des Überflusses und der Unentbehrlichkeit durch Schulen und Medien.
Ressourcen nutzen
Diese Geschichte kann mit einem moralischen Blick gelesen werden: Lokale Eliten „verkauften die Ukraine“ und verrieten so nationale Interessen. Ich schlage eine andere Lesart vor: Ukrainische Akteure machten das Beste aus ihren Einschränkungen. Äußere Mächte konnten zwar politische Kontrolle über die Ukraine ausüben, aber sie brauchten lokale Vertreter, um das Gebiet in ausbeutbare Ressourcen zu verwandeln. Sie brauchten Personen vor Ort, die Arbeitskräfte mobilisieren, Lieferketten im ukrainischen Raum überwachen und die öffentliche Ordnung aufrechterhalten konnten. Diese Abhängigkeit schuf Möglichkeiten für ukrainische Unternehmer, Verwaltungsbeamte, Wissenschaftler und andere. Sie konnten um regionale Anerkennung, eine Form der Repräsentation und materielle Vorteile wie Infrastrukturinvestitionen verhandeln. So nutzten sie die Geografie und Geologie der Ukraine als Faustpfand, um ihre Position im imperialen oder sowjetischen System zu verbessern.
Was sie aufgrund dieser gegenseitigen Abhängigkeit „herausschlagen“ konnten, variierte. In einigen Fällen bedeutete es einen Platz am Tisch als anerkannte Berater und Lobbyisten. Die Vereinigung der südlichen Kohle- und Stahlproduzenten, bis 1917 eine mächtige Interessensvertretung von Firmen aus dem Industriegürtel von Dnipro und Donbas, illustriert das. Sie stellte sich als repräsentative Stimme der Kohle- und Stahlwirtschaft der Region dar.[5]
Das Projekt des Dnipro-Wasserkraftwerks veranschaulicht, wie die Logik, Ressourcen in Verhandlungsmasse umzuwandeln, unter sowjetischer Herrschaft funktionierte. Das Versprechen, die Kraft des Dnipro in billige Elektrizität zu verwandeln, kombiniert mit den nahe gelegenen Erzvorkommen und den vorhandenen industriellen Kapazitäten, unterstützte Forderungen nach Kapitalzuweisungen und Infrastrukturinvestitionen. Es bot auch einen Rahmen, um die Position der Ukraine innerhalb der sowjetischen Wirtschaft in Bezug auf Budgets, Beiträge und Planvorgaben zu diskutieren.[6] Indem sie die Sprache der Planung sprachen, konnten die ukrainischen Führer über den Status der Republik verhandeln und ihre eigene Position innerhalb der sowjetischen Hierarchie verbessern. In einigen Fällen reichte dieser Aufstieg weit in die gesamtsowjetische Machtvertikale. Regionen mit Schwerindustrie produzierten Kader, die aus dem regionalen Management in höhere Entscheidungspositionen aufstiegen. Das Nachkriegs-Dnipropetrowsk, im Herzen des Industriegürtels Krywyj Rih–Donbas gelegen, ist ein perfektes Beispiel dafür. Es brachte eine Republikelite hervor, von der viele in zentrale gesamtsowjetische Entscheidungspositionen aufstiegen, allen voran Generalsekretär Leonid Breschnew.
Dennoch stieß die Handlungsmacht an Grenzen. Lokale Vermittler konnten sich zwar nützlich machen, aber St. Petersburg und später Moskau kontrollierten weiterhin die politischen Hebel. Großinvestitionen in der Ukraine, von Eisenbahnen bis Pipelines, gingen mit zentraler Kontrolle über die Infrastruktur einher, die die Förderung und den Transport organisierte. Die Vereinigung der südlichen Kohle- und Stahlproduzenten lobbyierte wiederholt in St. Petersburg für tiefere Eisenbahnfrachttarife, da die Tarifpolitik darüber entschied, ob Kohle aus dem Donbas wichtige Märkte erreichen konnte. Das gleiche galt für Pipelines. Moskau kontrollierte die Routen und Exportprioritäten, und als in den späten 1960er Jahren der Export fossiler Brennstoffe in den Westen begann, konnte es ausländische Lieferungen schützen, indem es die Ströme leitete und rationierte. Wenn Exportverpflichtungen Vorrang hatten, verdrängten sie ukrainische und belarusische Bedürfnisse.[7] Vor allem bot die administrative Handlungsmacht keinen Schutz vor existenziellen Bedrohungen: industrielle Unverzichtbarkeit bewahrte die ukrainische Bevölkerung nicht vor dem Schrecken des Holodomor.
Oligarchische Einflussnahme nach der Unabhängigkeit
Die Unabhängigkeit der Ukraine 1991 hätte diese Dynamik beenden sollen. Stattdessen zeigte der Zusammenbruch des gesamtsowjetischen Wirtschaftssystems, wie sehr die ukrainische Industrie auf einen geschlossenen, planwirtschaftlichen Markt mit integrierten Lieferketten ausgerichtet war. Viele Unternehmen hatten Mühe, auf offenen Märkten zu konkurrieren oder profitabel zu bleiben. Die Exporte verlagerten sich zu energieintensiven Gütern mit geringer Wertschöpfung wie Metalle, Ammoniak und Düngemittel. 1995 machten diese Sektoren fast 35 Prozent des Exportwerts aus. Sie blieben vor allem deshalb wettbewerbsfähig, weil sie sich auf relativ billige Energie aus russischen Kohlenwasserstoffen und Donbas-Kohle stützen konnten.
Politische Souveränität führte also nicht automatisch zu vollständiger wirtschaftlicher Unabhängigkeit. Das imperiale „Zentrum“ steuerte die Rohstoffgewinnung nicht mehr auf direkte Weise, und Kyjiw hatte nun formal die politische Autorität. Doch das Dreieck zwischen Ressourcen, einheimischen Wirtschaftseliten und äußeren Mächten setzte sich in einer neuen Konfiguration wieder zusammen. In den Beziehungen zu Russland im Bereich Erdgas tauchten ältere Logiken wieder auf. Die Ukraine konnte vergünstigtes Gas akzeptieren und mit einer unangenehmen Abhängigkeit leben, auch weil ihr Territorium selbst als Ressource fungierte. Pipelines, Kompressorstationen und riesige unterirdische Speicheranlagen aus der Sowjetzeit blieben für die Regelung des Drucks und saisonaler Schwankungen bei den Gasexporten von Russland nach Europa unverzichtbar.[8]
Diese Transitposition verlieh der Ukraine Einfluss: Russland war auf das ukrainische Territorium angewiesen, um westliche Konsumenten zu erreichen. Innerhalb der Ukraine förderte das allerdings auch das Abgreifen von Gewinnen. Das im Vergleich zu den europäischen Preisen billigere Gas kam energieintensiven, exportorientierten Industrien wie der Metallurgie und der Düngemittelindustrie zugute und schuf auch Möglichkeiten für den Weiterverkauf zu höheren Preisen. Angesichts schwacher formeller Institutionen floss ein Großteil der Gewinne nicht in den Staatshaushalt. Stattdessen generierte es beträchtlichen privaten Reichtum und wurde in oligarchisches politisches Kapital umgewandelt.
Historische Lektionen
Die Lehre aus der Geschichte ist, dass natürliche und landwirtschaftliche Ressourcen als Währung im politischen Austausch funktionieren, aber sie sind ein zweischneidiges Schwert. Im strategischen Dreieck von Ressourcen, einheimischen Eliten und äußeren Mächten kann Ressourcenreichtum politische (oder zumindest administrative) Autonomie stärken. Er kann aber auch zu einer Falle werden, die die Abhängigkeit vertieft und die Verwundbarkeit festigt. Paradoxerweise konnten ukrainische Akteure unter imperialer und sowjetischer Herrschaft den Ressourcenreichtum nutzen, um ihre eigene Position zu stärken und damit die Vertretung der Region im System auszubauen. Nach der Unabhängigkeit hingegen nutzten die wirtschaftlichen Eliten die Ressourcen in einer Weise, die die Abhängigkeit von externen Mächten vertiefte. Diese Abhängigkeit ermöglichte ihnen Profite, auch entgegen den nationalen Sicherheitsinteressen der Ukraine. Dies spricht äußere Mächte nicht von einer kolonialen Haltung frei. Russland hat viel dazu beigetragen, dieses System zu fördern und auszunutzen. Aber es war nicht schwierig, Kooperationspartner in der Ukraine zu finden.
Das bringt uns zum Rohstoffabkommen zwischen den USA und der Ukraine von 2025 zurück. Es stellt einen Testfall dar, ob die Ukraine die Gelegenheit nutzen kann, sich eine strategische Position innerhalb der globalen Wertschöpfungsketten zu sichern und sich als unverzichtbarer Partner in den Bereichen Industrie und Ernährungssicherheit zu präsentieren. Dabei bestehen zwei Gefahren, die beide in vergangenen Erfahrungen wurzeln: Intern riskiert die Ukraine, das Muster von nach 1991 zu wiederholen, als ein schwacher Staat es einem extraktivistischen Regime ermöglichte, undurchsichtige Renditen zu erzielen. Extern zeichnet sich eine zynischere Bedrohung ab: Eine transaktionsorientierte US-Führung könnte entscheiden, dass die Ukraine ein zu schwacher Vermittler ist, und daher direkt ein Abkommen mit Russland anstreben, das bereits viele der von den USA begehrten ukrainischen Rohstoffvorkommen kontrolliert.
Die Geschichte legt nahe, dass es riskant ist, auf Rohstoffe als Schutz zu setzen. Das beruht auf der Illusion, dass die Bodenschätze eines Landes politische Verteidigung garantieren. Tatsächlich reduziert diese Strategie einen Staat oft zu einem austauschbaren Kunden in einem volatilen Markt. Die Ukraine muss daher gegenseitige Abhängigkeiten schaffen und sich durch hochkomplexe Integration in die Weltwirtschaft einbinden. Diese Generationenaufgabe ist viel herausfordernder als die Unterzeichnung eines diplomatischen Abkommens. Doch nur so lässt sich verhindern, dass 2025 zu einem weiteren 1918 wird.
Anmerkungen:
[1]) Fleig Frank, Alison: Oil Empire: Visions of Prosperity in Austrian Galicia. Cambridge 2007, S. 264.
[2]) Kulikov, Volodymyr: Ukraine’s Agricultural and Industrial Production in the Late 19th and Early 20th Century: Imperial and Global Context. In: Wschodni Rocznik Humanistyczny 20, 3 (2023), S. 21–36, hier S. 31.
[3]) Lieven, Dominic: Russia as Empire and Periphery. In: Ders. (ed.): The Cambridge History of Russia, vol. 2, Imperial Russia, 1689–1917. Cambridge 2008, S. 10.
[4]) Belge, Boris: Grain, Coal, and Gas: Ukraine’s Economy since the Eighteenth Century. In: Palko, Olena; Gil, Manuel F. (eds.): Ukraine’s Many Faces: Land, People, and Culture Revisited. Bielefeld 2023, S. 101–118, hier S. 110.
[5]) McCaffray, Susan P.: The Politics of Industrialization in Tsarist Russia: The Association of Southern Coal and Steel Producers, 1874–1914. DeKalb 1996.
[6]) Rassweiler, Anne D.: The Generation of Power: The History of Dneprostroi. New York 1988, S. 45.
[7]) Högselius, Per: Red Gas: Russia and the Origins of European Energy Dependence. New York 2013, S. 100.
[8]) Balmaceda, Margarita M.: Russian Energy Chains: The Remaking of Technopolitics from Siberia to Ukraine to the European Union. New York 2021.
Übersetzung aus dem Englischen: Natalija Zenger.
Volodymyr Kulikov, Dr., Dozent für ukrainische Geschichte am University College London.