
RGOW 7-8/2026: Historisches Erbe und Modernisierung. Stadtentwicklung im 20. Jahrhundert
RGOW 7-8/2026
Die Stadtentwicklung im östlichen Europa im 20. Jahrhundert war geprägt von Modernisierungsbestrebungen, architektonischen Aufbrüchen, Umgang mit Wohnungsnot, aber auch von Krieg und Zerstörung sowie dem Ringen um das Bewahren des städtebaulichen Erbes. Zudem spielen Fragen nach dem repräsentativen Charakter und der historischen Identität einer Stadt und ihrer Bevölkerung eine wichtige Rolle. In der neuen Ausgabe stehen nicht nur Hauptstädte im Fokus, sondern vor allem Städte im Windschatten großer Metropolen.
Tschechiens "zweite Hauptstadt" Brno und Zlín, die vom Schuhunternehmen Bat'a geprägte Stadt, stehen exemplarisch für die neue modernistische Architektur. Das gilt auch für die polnische Hafenstadt Gdynia und Ljubljana, das in der Zwischenkriegszeit umfangreiche bauliche Veränderungen erfuhr. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Wrocław für die aus dem Osten vertriebenen polnischen Siedler zu Neuland mit komplexer städtischer Identität. Krieg und Vertreibung wirken sich auch auf das Stadtbild des ostbosnischen Višegrad aus. Die Beiträge zum litauischen Vilnius und usbekischen Taschkent beleuchten sowjetische Praktiken der Stadtentwicklung.