
RGOW 9-10/2026: Richtungsentscheid. Ungarn und Armenien nach den Wahlen
RGOW 09-10/2026
Ungarn und Armenien haben richtungsentscheidende Wahlen hinter sich. Am 12. April feierten tausende Menschen ausgelassen auf den Straßen Budapests die Abwahl der illiberalen Demokratie von Viktor Orbán. Mit dem Regierungswechsel hoffen nun viele Menschen in Ungarn auf eine Neuausrichtung ihres Landes und in der unabhängigen Kulturszene herrscht große Freude. Ob die neue Regierungspartei Tisza das von Orbán errichtete politische System zu einer liberalen Demokratie umbaut, bleibt zu beobachten. Mit Blick auf das Verhältnis zwischen Kirchen und Staat ist eine Normalisierung zu erwarten.
In Armenien fanden am 7. Juni ebenfalls richtungsweisende Wahlen unter schwierigen außenpolitischen Bedingungen statt. Nach dem Friedensabkommen mit Aserbaidschan ging es auch um den Umgang mit der neuen geopolitischen und sicherheitspolitischen Lage. In den Beziehungen zu Russland, zur EU, Iran, den USA und zu Armeniens Nachbarländern zeichnet sich eine Gratwanderung ab.