RGOW 1/2026: Gewichtsverlagerung. Polen – Tschechien
Die jüngsten Wahlen in Polen und Tschechien haben zu Gewichtsverlagerungen in den politischen Landschaften beider Länder geführt. Der Ausgang beider Wahlen weckt Befürchtungen vor einer Blockade bzw. eines Umbaus des politischen Systems und einer außenpolitischen Neuorientierung beider Länder, insbesondere in Bezug auf die Ukraine. In welche Richtung sich die politischen Gewichte verlagern, ist jedoch keineswegs entschieden: Einerseits waren die Wahlkämpfe in beiden Ländern stark polarisiert, andererseits gingen sie mit rekordhohen Wahlbeteiligungen einher, was das bleibende Interesse der Bürgerinnen und Bürger an politischen Fragen widerspiegelt.
In den religiösen Landschaften Polens und Tschechiens zeigt sich ein starker Vertrauensverlust gegenüber den traditionellen Kirchen auf unterschiedliche Weise. Die neue Medienstrategie der Polnischen Bischofskonferenz führt eher zu einer Schwächung bislang unabhängiger katholischer Medien – und damit auch des Vertrauens in die katholische Kirche. Tschechien hat sich demgegenüber als tolerantes „postsäkulares Laboratorium“ der Enttraditionalisierung von Religiosität entwickelt.
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