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RGOW - Aktuelle Ausgabe

RGOW 9-10/2026: Richtungsentscheid. Ungarn und Armenien nach den Wahlen

Ungarn und Armenien haben richtungsentscheidende Wahlen hinter sich. Am 12. April feierten tausende Menschen ausgelassen auf den Straßen Budapests die Abwahl der illiberalen Demokratie von Viktor Orbán. Mit dem Regierungswechsel hoffen viele Menschen in Ungarn auf eine Neuausrichtung ihres Landes. Die neue Regierungspartei Tisza hat bereits einige institutionelle und personelle Änderungen vorgenommen. Für einen wirklichen Abbau der von Orbán errichteten illiberalen Demokratie bedarf es jedoch einer grundlegenden Änderung des Wahlsystems. Mit Blick auf das Verhältnis zwischen Kirchen und Staat ist eine Normalisierung zu erwarten.

In Armenien fanden am 7. Juni ebenfalls richtungsweisende Wahlen unter schwierigen außenpolitischen Bedingungen statt. Nach dem Friedensabkommen mit Aserbaidschan ging es auch um den Umgang mit der neuen geopolitischen und sicherheitspolitischen Lage. In den Beziehungen zu Russland, zur EU, Iran, den USA und zu Armeniens Nachbarländern zeichnet sich eine Gratwanderung ab.

pdfInhaltsverzeichnis und Editorial

Weitere Ausgaben des Jahrgangs

RGOW 7-8/2026: Historisches Erbe und Modernisierung. Stadtentwicklung im 20. Jahrhundert

Die Stadtentwicklung im östlichen Europa im 20. Jahrhundert war geprägt von Modernisierungsbestrebungen, architektonischen Aufbrüchen, Umgang mit Wohnungsnot, aber auch von Krieg und Zerstörung sowie dem Ringen um das Bewahren des städtebaulichen Erbes. Zudem spielen Fragen nach dem repräsentativen Charakter und der historischen Identität einer Stadt und ihrer Bevölkerung eine wichtige Rolle. In der neuen Ausgabe stehen nicht nur Hauptstädte im Fokus, sondern vor allem Städte im Windscha…

RGOW 6/2026: Faszination und Instrumentalisierung. Sport und seine gesellschaftlichen Dimensionen

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Mexiko, Kanada und den USA gehört zu den größten Sportevents weltweit. Sport fasziniert, ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Alltagskultur und beeinflusst zahlreiche gesellschaftliche Bereiche. Daher ist es auch kaum verwunderlich, dass Sport von politischer Seite in Anspruch genommen wird. So spielt Kampfsport in Russland als Mittel der außenpolitischen Soft Power eine wichtige Rolle. Über Posten in zahlreichen internationalen Sportverbänden übt Rus…

RGOW 5/2026: Licht ins Dunkel. Macht und Missbrauch in den Kirchen

Licht ins unfassbare Dunkel zu bringen ist mittlerweile in vielen Ländern die Aufgabe von Untersuchungskommissionen zum Thema sexuellen Missbrauchs durch Geistliche. Initiiert wird die Aufarbeitung zumeist durch Betroffene, die nicht mehr schweigen wollen, und durch hartnäckige Journalisten. Dagegen war vielen stummen Mitwissenden innerhalb der kirchlichen Institutionen deren guter Ruf lange Zeit wichtiger als Schutz und Hilfe für die Opfer. Alle Studien zeigen deutlich, dass es sich nir…

RGOW 3-4/2026: Resilienz und Wandel. Historische Perspektiven auf die Ukraine

Nach über vier Jahren Angriffskrieg leisten die Ukrainer – zwar zunehmend ermüdet und erschöpft, aber weiterhin hartnäckig – Widerstand. Nicht nur die militärischen Fähigkeiten der Ukraine, sondern auch die Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft haben viele externe Beobachter überrascht. Trotz der ständigen Luftangriffe und der gezielten Zerstörung der kritischen Infrastruktur des Landes reformieren die Ukrainer weiterhin Institutionen, planen den Wiederaufbau und formulieren Zukunftsvisionen…

RGOW 2/2026: Brückenfunktion. Zentralasien in einer polarisierten Welt

Der C5+1 Gipfel der fünf zentralasiatischen Staatschefs mit US-Präsident Donald Trump im November 2025 in Washington hat Zentralasien wieder ins internationale Rampenlicht gerückt. Der wirtschaftliche Hegemon in der Region ist jedoch China, für das Zentralasien das „Tor nach Europa“ darstellt. Aufgrund historisch enger Beziehungen sind die zentralasiatischen Länder für Russland zur Umgehung von westlichen Wirtschaftssanktionen attraktiv. Auch die EU versucht, die Region als strategischen Partne…

RGOW 1/2026: Gewichtsverlagerung. Polen – Tschechien

Die jüngsten Wahlen in Polen und Tschechien haben zu Gewichtsverlagerungen in den politischen Landschaften beider Länder geführt. Der Ausgang beider Wahlen weckt Befürchtungen vor einer Blockade bzw. eines Umbaus des politischen Systems und einer außenpolitischen Neuorientierung beider Länder, insbesondere in Bezug auf die Ukraine. In welche Richtung sich die politischen Gewichte verlagern, ist jedoch keineswegs entschieden: Einerseits waren die Wahlkämpfe in beiden Ländern stark polarisie…